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Schwangerschaft mit Vorerkrankung
Eine Vorerkrankung muss einer gesunden Schwangerschaft nicht im Weg stehen. Viele Behandlungen können weiterhin durchgeführt und Beschwerden gezielt gelindert werden.
Auf dieser Seite erfährst du:
Warum Vorerkrankungen in der Schwangerschaft besondere Aufmerksamkeit brauchen
Während der Schwangerschaft verändert sich dein Körper von Monat zu Monat:
- Das Blutvolumen steigt.
- Die Gefäße weiten sich.
- Das Bindegewebe wird weicher.
- Der Druck im Bauchraum nimmt zu.
- Gelenke und Rücken werden stärker belastet.
Diese ganz natürlichen Veränderungen können bestehende Erkrankungen beeinflussen – sind aber meist unbedenklich, wenn du ärztlich und therapeutisch gut begleitet wirst.
Mehr Infos zu diesem Thema findest du in unserem Beitrag „Körperliche Veränderungen in der Schwangerschaft“
Bleibe up to date – auch mit deiner Behandlung! Deine Therapie wird während der Schwangerschaft angepasst und nach der Geburt erneut überprüft.
Viele gesetzliche Kassen übernehmen in dieser Zeit sogar mehr Behandlungen und Kompressionsversorgungen – abhängig vom individuellen Bedarf
Relevante Vorerkrankungen und mögliche Veränderungen während der Schwangerschaft
Du hast bereits eine Diagnose und machst dir Gedanken, wie sich deine Beschwerden während der Schwangerschaft entwickeln könnten? Im Folgenden bekommst du dazu wichtige Infos und zusätzlich noch ein paar Tipps für die Behandlung.
Lipödem
Ein Lipödem kann sich durch das weichere Bindegewebe und hormonelle Veränderungen deutlicher bemerkbar machen. Schweregefühl, Druckschmerzen und Schwellungen können zunehmen – aber Kompressionsversorgung, Bewegung und sanfte manuelle Therapien schaffen in der Regel spürbare Linderung der Schmerzen.
Du hast bereits eine Liposuktion hinter dir oder planst deine Schwangerschaft nach der Liposuktion? Dann findest du im Beitrag „Schwangerschaft nach Liposuktion“ auf der Lipödem-Plattform Frauensache alles Wichtige zu Verlauf, Risiken und Erfahrungen anderer Betroffener.
Lymphödem
Während der Schwangerschaft können bestehende Lymphödeme aufgrund der hormonellen Umstellung zunehmen – müssen aber nicht.
Viele Betroffene profitieren davon, dass Ärztinnen und Ärzte in dieser Phase zusätzliche Kompressionsversorgungen verordnen können. Anziehhilfen, Bewegung und Manuelle Lymphdrainagen machen dir den Alltag leichter.
Chronisch-venöse Insuffizienz (CVI)
Die Venen stehen in der Schwangerschaft stark unter Druck. Bei CVI können Krampfadern, Schwellungen oder Schweregefühl zunehmen.
Trage deine Kompressionsversorgung regelmäßig, achte auf ausreichend Bewegung, denke an Wechselduschen und entlastende Bein-Positionen. So unterstützt du den venösen Rückfluss und kannst Beschwerden reduzieren.
Thrombose und Thromboserisiko
Durch hormonelle Veränderungen steigt in der Schwangerschaft das Thromboserisiko. Bei bestehenden Krampfadern, Besenreisern oder früheren Thrombosen ist eine engmaschige medizinische Begleitung wichtig.
Mit medizinischer Kompressionsversorgung, Bewegung, lockerer Kleidung und ausreichendem Trinken kannst du selbst schon viel tun.
Narben (z. B. Kaiserschnitt, große Bauch- oder OP-Narben)
Narben am Bauch können im Verlauf der Schwangerschaft spannen, empfindlich werden oder sich verändern. Eine gezielte Narbentherapie mit Kompression kann Entlastung schaffen und deine Haut elastisch halten – besonders bei großen oder frischen Narben. Mit der Narbenpflege kannst du gar nicht früh genug anfangen.
Gelenk- und Rückenbeschwerden
Mehr Kilos, veränderte Gewichtsverteilung und weicheres Bindegewebe können Rücken, Hüfte, Knie und Füße belasten. An Händen können sich durch Wassereinlagerungen Beschwerden wie das Karpaltunnelsyndrom – eine Nervenquetschung im Handgelenk – entwickeln.
Bandagen und Orthesen, Kompression und eine entzündungshemmende Ernährung können helfen, Schmerzen zu lindern.
Warum Therapie bei einer Schwangerschaft mit Vorerkrankung so wichtig ist
Gerade bei der doppelten Herausforderung von Schwangerschaft und Vorerkrankung hilft dir eine gute therapeutische Begleitung, um …
- Beschwerden zu reduzieren,
- Komplikationen zu vermeiden,
- deinen Alltag beweglich und aktiv zu gestalten und
- dich sicher in deiner Schwangerschaft zu fühlen.
Übrigens: Nach der Geburt kann sich deine Erkrankung erneut verändern.
Was verändert sich wann bei einer Vorerkrankung während der Schwangerschaft?
In den neun Monaten tut sich einiges. Je nach Schwangerschaftswoche verändern sich nacheinander bzw. auch zeitgleich:
- Hormonspiegel – teils ab Woche 1
- Bindegewebe – ab dem 1. Trimester, verstärkt im 2. Trimester
- Flüssigkeitshaushalt – ab dem 1. Trimester, stärker im 2.–3. Trimester
- Gefäßbelastung – ab dem 2. Trimester
- Druck auf Bauch und Beckenboden – vor allem im 3. Trimester
Weitere Informationen dazu findest du auf unserer Wissensseite:
Du hast Fragen?
Bei Unsicherheiten kannst du dich jederzeit an (d)eine Fachärztin oder (d)einen Facharzt aus folgenden Bereichen wenden: Gynäkologie, Phlebologie, Lymphologie oder Orthopädie.
Sie begleiten dich individuell – für eine entspannte, gesunde Schwangerschaft. Und deine Ärztin oder dein Arzt kennt dich und dein Krankheitsbild einfach am besten.
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