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Wissenswertes über Kompressionsstrümpfe in der Schwangerschaft
In der Schwangerschaft möchtest du die besten Entscheidungen für dich und dein Baby treffen. Doch gerade beim Thema Kompressionsstrümpfe fehlen oft verständliche Informationen.
JuBella ordnet Vorurteile und Mythen ein und unterstützt dich mit fundiertem Wissen, damit du dich sicher und gut informiert fühlst.
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Was sind medizinische Kompressionsstrümpfe?
Nicht jeder Strumpf mit Kompression ist auch ein medizinischer Kompressionsstrumpf. Denn medizinische Kompressionsstrümpfe erfüllen strenge Qualitätsnormen und haben einen festgelegten Druckverlauf.
Der Druck im Strumpf ist nicht überall gleich stark, sondern nimmt von unten an der Fessel nach oben ab. So entsteht der medizinisch wirksame Druckverlauf, der den natürlichen Blutfluss zurück zum Herzen fördert und den Lymphfluss besonders effektiv aktiviert.
Eine Wohltat für deine Beine, die in der Schwangerschaft spürbar mehr leisten müssen. Medizinische Kompressionsversorgungen werden dir in Deutschland ärztlich verschrieben und gibt es nur im medizinischen Fachhandel wie zum Beispiel in deinem Sanitätshaus, das dich im Gegensatz zu Internetshops persönlich und hinsichtlich Ausführungen, Extras und Farben professionell berät und korrekt ausmisst.
Was unterscheidet Kompressionsstrümpfe und Stützstrümpfe
Nein, du brauchst keine neue Brille: Auf den ersten Blick sehen Kompressions‑ und Stützstrümpfe oft ähnlich aus. Der Unterschied liegt jedoch weniger im Aussehen als in ihrer klar festgelegten medizinischen Wirkung.
Medizinische Kompressionsstrümpfe
- Medizinisch geprüft: nach strengen Qualitätsnormen gefertigt
- Definierte Kompressionsklassen: genau festgelegter Druck
- Gezielter Druckverlauf: medizinisch wirksam und geprüft
- Medizinisches Hilfsmittel: bei ärztlicher Verordnung möglich
- Krankenkasse: kann bei entsprechender Verordnung übernommen werden
Stützstrümpfe
- Leichte Unterstützung: üben in der Regel weniger Druck aus
- Nicht medizinisch reglementiert: keine festgelegten Kompressionsklassen
- Alltag & Reisen: bei langem Stehen oder Sitzen
- Krankenkasse: werden in der Regel nicht übernommen
Welche Arten und Modelle gibt es für Schwangere?
Wenn du Folgendes hörst: Rundstrick oder Flachstrick, Kniestrumpf oder Strumpfhose, Kompressionsklasse und Materialauswahl… alles kein Grund zur Panik, denn du bist nicht allein. Ärzteschaft und medizinischer Fachhandel unterstützen dich und helfen dir gerne dabei, die passende Kompressionsversorgung auszuwählen.
Ohne lymphologische Vorerkrankung kommen in der Schwangerschaft meist rundgestrickte medizinische Kompressionsstrümpfe zum Einsatz, die fast wie Feinstrümpfe aussehen. Das Gleiche gilt bei einer bestehenden Venenerkrankung. Hast du bereits ein Lymphödem oder Lipödem oder entwickelt sich ein solches während der neun Monate, ist ein festeres Material sinnvoll, sogenannte Flachstrickstrümpfe. Ebenfalls wichtig bei der Wahl des Gestricks ist, ob dein Gewebe weich oder fest ist. Daher sind die Abklärung durch eine Ärztin bzw. einen Arzt und die Beratung im medizinischen Fachhandel das A und O.
Die Strümpfe sind in unterschiedlichen Längen erhältlich – zum Beispiel als Kniestrümpfe oder Oberschenkelstrümpfe:
Außerdem gibt es speziell für Schwangere Kompressionsstrumpfhosen mit elastischem Leibteil ohne Kompression. Dieses passt sich deinem wachsenden Bauch an, ohne einzuengen.
Warum Kompression in der Schwangerschaft sinnvoll ist
Kompression kann dich in der Schwangerschaft spürbar entlasten – oft früher, als du denkst. Schon präventiv oder bei ersten Anzeichen wie schweren Beinen, Spannungsgefühl oder Schwellungen unterstützt sie deinen venösen Rückfluss, verbessert die Durchblutung und kann Beschwerden sowie Risiken für Venenprobleme reduzieren.
In einer Studie von Saliba‑Júnior et al.* konnte zudem nachgewiesen werden, dass Kompression in der Schwangerschaft Symptome wie Wassereinlagerungen effektiv lindern kann.
Mendoza und Amsler konnten nachweisen*, dass Kompression auch die Lebensqualität messbar verbessern. Müdigkeit, Schwindel, Übelkeit und Erbrechen konnten nachweislich durch Kompressionstrümpfe reduziert werden.
Mythen und Fakten zu Kompressionsstrümpfen
Viele Vorurteile halten sich hartnäckig. JuBellas Fakten‑Check hilft dabei, eine gute Entscheidung für dich, dein Baby und dein Wohlbefinden zu treffen.
Mythen und Vorurteile im Check
“Kompressionsstrümpfe sind nur für alte Menschen.“
→ Kompressionsstrümpfe werden heute in allen Lebensphasen eingesetzt. Insbesondere auch gezielt in der Schwangerschaft.
„Kompressionsstrümpfe sehen altmodisch oder unästhetisch aus.”
→ Moderne Kompressionsstrümpfe überzeugen heute mit einer großen Auswahl an Farben, Mustern und Materialien – von dezent und alltagstauglich bis modisch und trendig.
„Kompressionsstrümpfe sind unbequem.”
→ Richtig angepasst sitzen sie angenehm und geben viel Bewegungsfreiheit. Die Modelle sind atmungsaktiv und für den täglichen Gebrauch konzipiert.
„Ich brauche das nicht, denn ich habe keine Beschwerden”
→ Vorbeugend getragen können Kompressionsstrümpfe helfen die Entstehung von Besenreisern, Krampfadern und anderen Beschwerden wie Wassereinlagerungen, Übelkeit und Schwindel zu vermeiden.
„Kompressionsstrümpfe sind teuer und helfen eigentlich gar nicht.“
→ Die Wirkung medizinischer Kompression ist gut belegt. Krankenkassen übernehmen bei ärztlicher Verordnung und entsprechender Indikation die Kosten für medizinisch notwendige Hilfsmittel – in der Schwangerschaft teils sogar für 2 Paare bzw. Strumpfhosen.
“Kompressionsstrümpfe passen nicht zu meinem Stil.“
→ Ob dezent oder stylisch – es gibt zahlreiche Varianten, die sich prima zu verschiedensten Outfits und Looks kombinieren lassen.
“Kompressionsstrümpfe sind für Schwangere nur nötig, wenn man schon Probleme hatte.”
→ Gerade weil die Schwangerschaft eine immense zusätzliche Belastung für die Venen bedeutet, raten viele Fachleute auch vorbeugend zu medizinischer Kompression.
FAQs zu Kompressionsstrümpfen in der Schwangerschaft
Warum sind Kompressionsstrümpfe in der Schwangerschaft sinnvoll?
In der Schwangerschaft werden Venen und Beine stärker belastet. Medizinische Kompressionsstrümpfe unterstützen den natürlichen Blutfluss und können helfen, typischen Beschwerden wie die Bildung von Krampfadern und Besenreisern, Wassereinlagerungen, Übelkeit und Schwindel vorzubeugen. Kompression kann nicht nur bei schweren Beinen oder Wassereinlagerungen helfen. Sie wird auch eingesetzt, um Beschwerden durch Schwangerschaftskrampfadern, sogenannte Vulvavarizen, und Schwellungen im Intimbereich zu reduzieren.
Was bewirken Kompressionsstrümpfe in der Schwangerschaft?
Sie fördern den Rückfluss des Blutes zum Herzen, entlasten die Venen und können Schwellungen, das Gefühl schwerer Beine und sogar Übelkeit reduzieren.
Welche Kompressionsstrümpfe eignen sich in der Schwangerschaft?
In der Regel kommen medizinische, rundgestrickte Kompressionsstrümpfe und -strumpfhosen zum Einsatz. Sind keine ausgeprägten Symptome vorhanden, wird häufig die Kompressionsklasse 1 empfohlen. Sie bietet eine sanfte, gut verträgliche Unterstützung. Ob eine stärkere Kompression nötig ist, entscheidet immer ärztliches Fachpersonal.
Wie lange sollte ich Kompressionsstrümpfe tragen?
In der Regel werden sie morgens direkt nach dem Aufstehen angezogen und über den Tag getragen. Die genaue Tragedauer richtet sich nach der ärztlichen Empfehlung.
Sollte ich die Strümpfe nach der Geburt weitertragen?
Auch im Wochenbett kann medizinische Kompression sinnvoll sein. Ob und wie lange sie getragen werden sollte, entscheidet das medizinische Fachpersonal anhand der individuellen Situation.
*Quellen:
Saliba-Júnior OA, Rollo HA, Saliba O, Sobreira ML (2022): Positive perception and efficacy of compression stockings for prevention of lower limb edema in pregnant women.
Mendoza, Amsler (2017): A randomized crossover trial on the effect of compression stockings on nausea and vomiting in early pregnancy.
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