Kompressionsstrümpfe in der Schwangerschaft: Anziehen & Tragedauer einfach erklärt

Leichtere Beine, mehr Wohlbefinden, gut für dich und dein Baby. Klingt, als ob alles dafür spricht, sich die Schwangerschaft mit Kompression zu erleichtern. In Absprache mit deiner Ärztin oder deinem Arzt stimmt das auch. Obwohl gilt: “besser heute als morgen”, zögern viele und fragen sich: 

 
Du bist Neuling und hast vorher noch nie Kompression getragen? Keine Sorge: Hast du dich erst an den Umgang gewöhnt, möchtest du deine Kompressionsstrümpfe im Alltag oft gar nicht mehr missen. Hier findest du praktische Tipps, verständliche Erklärungen und kleine Alltags-Hacks, die dir den Einstieg spürbar erleichtern.

Wie meistere ich das Anziehen von Kompressionsstrümpfen?

Ganz ehrlich: Es liegt nicht an dir, wenn du das Anziehen deiner Kompressionsstrümpfe erstmal üben musst. Kompressionsstrümpfe sind bewusst so gefertigt, dass sie eng anliegen und Druck auf deine Beine ausüben. Genau das macht ihre Wirkung aus, erschwert jedoch auch das Anziehen. Also bleib ganz entspannt, hab etwas Geduld beim Ausprobieren und nutze unsere hilfreichen Tipps! 

10 Kompressions-Anzieh-Tipps für Schwangere

  1. Erklären lassen: Lass dir im Sanitätshaus zeigen, wie das Anziehen richtig funktioniert und welche Anziehhilfen dich unterstützen. 
  2. Früh anfangen: Solange der Bauch noch nicht so groß ist, üben und Routine entwickeln.
  3. Morgens anziehen: Nach dem Aufstehen sind die Beine noch nicht geschwollen.
  4. Im Sitzen anlegen
  5. Video-Anleitungen nutzen: Diese gibt es für Kompressionsstrümpfe und Kompressionsstrumpfhosen.
  6. Hilfe annehmen: Deine Partnerin oder dein Partner hilft dir bestimmt gerne.
  7. Anziehhandschuhe und Anziehhilfen verwenden: Diese gibt es für alle Versorgungen. Die besonders einfache Gleithilfe Juzo Slippie funktioniert nur bei offener Fußspitze.
  8. Schmuck ablegen: Denn Ringe, Armbänder und Uhren können die Versorgung beschädigen. 
  9. Haut trocknen: Denn Feuchtigkeit und Cremerückstände erschweren das Anziehen.
  10. Zeit nehmen 

Tipp: Wenn du findest, dass Oberschenkelstrümpfe oder Strumpfhosen zu anstrengend anzuziehen sind, sprich mit deiner Ärztin oder deinem Arzt über die Möglichkeit einer kürzeren Ausführung.

Anziehen – so geht’s Schritt für Schritt

Setz dich bequem hin, lege Schmuck ab und achte darauf, dass deine Hände, Beine und Füße trocken und fettfrei sind. Am besten stellst du deinen Fuß auf einen kleinen Hocker, damit du dich nicht so weit nach unten bücken musst. 

  • Klappe den Haftrand (falls vorhanden) um und stülpe den Kompressionsstrumpf bis zur Ferse auf links.
  • Steige mit dem Fuß hinein und platziere die Ferse korrekt.
  • Schiebe jetzt den Beinbereich des Strumpfs über die Ferse.
  • Verteile anschließend das Material Stück für Stück nach oben, statt nur das Bündchen hochzuziehen. Das klappt besonders gut mit Spezialhandschuhen aus dem Sanitätshaus, die dir mehr Grip geben.
  • Wenn alles verteilt ist, kannst du den Haftrand hochklappen.  
     

Mit etwas Übung und dem ein oder anderen Helferlein wird das Anziehen schnell zur Routine. Und für alle Fälle packst du dir einfach deine Spezialhandschuhe in die Tasche.

Entdecke unsere Anziehvideos

Welche Anziehhilfen sind für Schwangere besonders geeignet?

Du hast Unterstützung verdient! Also gönn dir zur Kompression gleich noch ein paar praktische Helferlein: Für Schwangere eignen sich vor allem Anziehhilfen, die Kraft sparen sowie den Bauch und Rücken entlasten können.

Gut zu wissen: Im medizinischen Fachhandel wie z.B. im Sanitätshaus kannst du verschiedene Anziehhilfen ausprobieren und dich individuell beraten lassen.

In welchem Schwangerschaftsmonat solltest du mit Kompression beginnen?

Im Nachhinein raten die meisten Schwangeren: Du kannst gar nicht früh genug mit Kompression beginnen.  
 
Idealerweise startest du schon bei den ersten Anzeichen wie schweren oder müden Beinen. So unterstützt du deine Beine frühzeitig – und hast ganz in Ruhe Zeit, dich ans Anziehen zu gewöhnen. Außerdem kannst du dich beim Start in den ersten Monaten an das Anziehen ohne großen Bauch gewöhnen und bist später ein richtiger Anziehprofi. 
 
Wichtig ist: Hör auf dein Körpergefühl und lass dich im Zweifel ärztlich und im Sanitätshaus beraten. Deine Beine werden dir die Unterstützung danken.

Warum solltest du die Kompression gleich morgens anziehen?

Im Liegen über Nacht wirkt sich die Schwerkraft kaum aus. Angesammelte Flüssigkeit wird abtransportiert, so dass die Beine morgens meist weniger geschwollen sind.  

So lässt sich die Kompression morgens leichter anziehen und kann ihre Wirkung von Anfang an ideal entfalten, sodass deine Beine erst gar nicht so stark anschwellen. Und dein Tag fängt gleich gut an! 

Wann und wie lange sollte die Kompression täglich getragen werden?

Weil deine Beine gerade jeden Tag Großes leisten, ist es ja selbstverständlich, sie auch täglich zu unterstützen. Damit sie spürbar und langfristig profitieren, wird die Kompression jeden Tag getragen. Zieh sie direkt nach dem Aufstehen an und behalte sie an, solange du auf den Beinen bist. Sobald du dich abends schlafen legst, kannst du sie wieder ausziehen, weil deine Beine keine Unterstützung mehr brauchen. Wenn sich etwas komisch anfühlt oder nicht passt, ziehe die Versorgung gleich aus und wende dich an deine Ärztin oder deinen Arzt. 
 
Probier die Kompressionsversorgung einfach mal aus! Deine Beine werden es lieben. 

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